Wie lange ist die Aufbewahrungsfrist von Kontoauszügen?

Abheben, einzahlen, überweisen: Wer seinen Geldmittelverkehr kontrollieren will, braucht in der heutigen Zeit lediglich einen Blick auf seine Kontoauszüge zu werfen. Dort lassen sich alle Ein- und Abgänge auf sowie von dem Bankkonto schriftlich nachverfolgen.

Warum das so wichtig ist? Muss einmal ein Zahlungsnachweis erbracht werden, dient der entsprechende Kontoauszug als Beweisstück. Auch in Garantiefällen kann ein solcher Zahlungsbeleg von Vorteil sein. Banken informieren ihre Kunden in der Regel alle vier Wochen über die in diesem Zeitraum getätigten Zahlungen und Buchungen. Dies geschieht entweder via Kontoauszug über den Postweg oder in digitaler, online einsehbarer Form.

Aber gibt es denn eine vorgeschriebene Zeit, wie lange solche Kontoauszüge aufbewahrt werden müssen? Und was tun, wenn ein wichtiger Beleg plötzlich nicht mehr aufzufinden ist? Alles Wissenswerte zu Aufbewahrungsfristen von Kontoauszügen finden Sie hier.

 

Wie lange sollte man als Privatperson Kontoauszüge aufbewahren?

Eine gesetzlich festgelegte Aufbewahrungsfrist von privaten Kontoauszügen gibt es nicht. Dennoch ist es für Privatpersonen sinnvoll und ratsam, eigene Kontoauszüge mindestens drei Jahre lang abzulegen. Hier orientiert man sich an der Verjährungsfrist für übliche Alltagsgeschäfte. Werden größere Anschaffungen oder Investitionen getätigt, etwa ein Auto gekauft oder ein Gartengrundstück erworben, sollten die entsprechenden Kaufbelege auch nach Ablauf der empfohlenen Drei-Jahres-Frist aufbewahrt werden. Schließlich dienen diese im Zweifelsfall als anerkannter Zahlungsnachweis.
Ausnahmen stellen seit April 2004 Rechnungen von Handwerkern und Dienstleistern dar, die eigens genutztes Wohneigentum betreffen: etwa Quittungen für Reparatur- oder Wartungsarbeiten, aber auch für Lieferungen von Baumaterial. Hier greift eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist von zwei Jahren. Vermieter müssen entsprechende Zahlungen noch länger nachweisen können. Sie sind zur Aufbewahrung der Kontoauszüge von zehn Jahren verpflichtet.
Gut zu wissen: Beginn des einzuhaltenden Archivierungszeitraums ist stets das Ende jenes Kalenderjahres, in dem die Zahlung erfolgte.

Wie lange bewahrt meine Bank Kontoauszüge auf?

Da es sich bei Banken um Handelsunternehmen handelt, müssen sie laut § 257 des Handelsgesetzbuches der Verpflichtung zur Aufbewahrung wichtiger Dokumente nachkommen. Dazu zählen allen voran auch die Kontoauszüge ihrer Kunden. Geldinstitute aller Art müssen demnach Kontoauszüge mindestens zehn Jahre lang abspeichern und für ihre Kunden zum Abruf bereitstellen.

 

 

Wie lange bewahren Unternehmer Kontoauszüge auf?

Auch Unternehmer, die zur Buchhaltung verpflichtet sind, unterliegen einer gesetzlichen Aufbewahrungsfrist von Kontoauszügen. Der Mindestzeitraum hierfür beträgt zehn Jahre. Wird das Geschäft aufgegeben oder übergeben, besteht die Aufbewahrungspflicht der Zahlungsbelege dennoch weiter. Die Vernichtung ebenjener Nachweise vor Ablauf der Frist ist nicht gestattet.


Welche Aufbewahrungsfrist für Kontoauszüge gilt für Personen mit hohem Einkommen?


Während Privatpersonen grundsätzlich keiner Aufbewahrungspflicht für Kontoauszüge Folge leisten müssen, sieht es für Privatpersonen mit Einkünften über 500.000 Euro im Jahr anders aus. Besserverdiener sind offiziell dazu angehalten, Kontoauszüge mindestens sechs Jahre zu archivieren. Die 500.000 Euro Jahreseinkommen beziehen sich dabei auf positive Einkünfte, basierend etwa auf nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung oder Verpachtung.


Wie bewahre ich meine Kontoauszüge am besten auf?

In welcher Form sowohl Privatpersonen als auch Unternehmer ihre Kontoauszüge aufbewahren wollen, ist ihnen selbst überlassen. Wer sich Papierstapel ersparen möchte, wählt am besten einen digitalen Ablageort. Natürlich lassen sich die Kontoauszüge aber auch in ausgedruckter Form sammeln und aufbewahren. Wichtig ist lediglich die Vollständigkeit der Unterlagen, um im Zweifelsfall eine getätigte Zahlung oder auch einen Zahlungserhalt schriftlich nachweisen zu können.


Wie finde ich bereits verlorene Kontoauszüge wieder?

Abhandengekommene Kontoauszüge sind ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Bankkunden, die ihren Geldmittelverkehr via Online-Banking-Konto nachvollziehen können, haben in der Regel die Möglichkeit, Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate online abzurufen und abzuspeichern.

Werden länger zurückliegende Zahlungsnachweise benötigt, kann das jeweilige Geldinstitut Hilfe leisten. Da Banken gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Bilanzunterlagen mindestens zehn Jahre lang zu speichern, sind sie bei verloren gegangenen Kontoauszügen der richtige Ansprechpartner. Kunden können - meist gegen eine Gebühr - Auszüge der vergangenen zehn Jahre anfordern.

Wie viel die entsprechende Auskunft der Bank kostet, ist von dem jeweiligen Kreditinstitut abhängig. Grundsätzlich müssen Kunden jedoch damit rechnen, dass, je älter der angeforderte Kontoauszug ist, auch die zu zahlende Gebühr entsprechend in die Höhe steigt. Informationen über anfallende Kosten finden Kunden in der Regel im Preis- und Leistungsverzeichnis ihrer Bank.

 

Wo finde ich bei Paypal Kontoauszüge?

Der Zahlungsdienst Paypal wird für das Abwickeln von bargeldlosen Online-Einkäufen immer beliebter. Um die Übersicht über getätigte Zahlungen nicht zu verlieren, bietet der Bezahldienst seinen Nutzern ebenfalls die Möglichkeit, Kontoauszüge online einzusehen sowie herunterzuladen. Zu finden sind die Paypal Kontoauszüge unter dem Reiter „Aktivitäten“. Öffnet man hier den Menüpunkt „Transaktionsliste“, lassen sich im Anschluss alle abgeschlossenen Aktivitäten exportieren.


Warum soll ich meine Kontoauszüge aufbewahren?

Das Sammeln, Ordnen und Aufbewahren von Kontoauszügen mag lästig sein, kann im Ernstfall aber auch jede Menge Ärger ersparen. Denn wer in finanziellen Streitfragen einen schriftlichen Nachweis über getätigte Zahlungen erbringen kann, ist meist im Vorteil. Auch helfen Kontoauszüge beim Aufdecken etwaiger Betrugsfälle oder dem Untermauern des Garantieanspruchs.


a. Betrugsnachweis

Personen, die Opfer von Kartenbetrügern werden, merken dies in der Regel nicht sofort. Erst durch den Blick auf die Kontoauszüge, lassen sich etwaige Unregelmäßigkeiten und für den Kartenbesitzer nicht nachvollziehbare Zahlungen feststellen. Missbräuchliche Abbuchungen sollten dem jeweiligen Geldinstitut unverzüglich gemeldet werden.

b. Retoure

Wer Ware zurückgeben oder umtauschen möchte, benötigt in den meisten Fällen den Kassenbon. Ist dieser nicht mehr vorhanden, kann zum Teil auch der Kontoauszug als Zahlungsbeleg vorgezeigt werden. Manche Händler akzeptieren diesen als Nachweis für den Kauf ihrer Ware.

c. Garantie

Das Vorzeigen eines Kontoauszuges kann ebenfalls hilfreich sein, möchte man Anspruch auf Garantie geltend machen. Vor allem Elektrogeräte werden häufig mit einer Garantie von drei Jahren beworben. Lässt sich der Zeitpunkt des Kaufes anhand des Kontoauszuges nachweisen, können sich Käufer auf diesen berufen.

FAQ

Wie lange sollte ich einen Kontoauszug aufbewahren?

Für Privatpersonen gilt keine gesetzliche Aufbewahrungszeit für Kontoauszüge. Grundsätzlich ist jedoch eine dreijährige Archivierung ratsam, um die im Handel geltende Verjährungsfrist abzudecken. Ausnahmen stellen Unternehmer und Besserverdiener dar.

Warum sollte ich einen Kontoauszug aufbewahren?

Kontoauszüge ermöglichen es sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, ihren Geldmittelverkehr schriftlich nachvollziehen zu können. Zudem dienen die Auszüge im Zweifelsfall als anerkannter Zahlungsnachweis.

Wie lange sind Kontoauszüge bei der Bank gespeichert?

Anders als Privatpersonen müssen Banken die Kontoauszüge ihrer Kunden mindestens zehn Jahre lang archivieren. Geht einmal ein Kontoauszug privat verloren, lässt sich dieser bei dem jeweiligen Geldinstitut nachfordern.

Über den Autor

Florian Rott kam als Auszubildender zu abilita. Nachdem er hier seine Lehre zum Kaufmann für Büromanagement abschloss, arbeitete er als Sachbearbeiter in der Buchhaltung und übernahm die Assistenz der Backend IT. Aktuell absolviert er außerdem ein Fernstudium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg.