Bankeinzug

Bankeinzug, was ist das?

Es ist ärgerlich, passiert aber immer wieder: Ein Kunde begleicht seine Rechnung zu spät oder zahlt im schlimmsten Fall gar nicht. Diesem Problem können Sie mit einem autorisierten Bankeinzug vorbeugen. Hierbei haben Sie die Möglichkeit, die vorher festgelegte Schuldsumme vom Konto des Zahlungspflichtigen abzubuchen.

Doch wann genau sind Sie dazu berechtigt? Und was spricht womöglich gegen die Nutzung eines Bankeinzugs? Erfahren Sie hier auf abilita, was für einen Bankeinzug notwendig ist, welche Vor- und Nachteile ein solcher mit sich bringen kann und welche Widerrufsfrist bei einem fehlerhaften Bankeinzug gilt.


1. Was ist ein Bankeinzug?

Das Bankeinzugsverfahren ist eine weitverbreitete und häufig genutzte Methode der bargeldlosen Bezahlung. Es wird verwendet, um die Zahlung mittels eines Lastschriftverfahrens durchzuführen. Hierbei erteilt der Schuldner, der eine offene Rechnung begleichen muss, dem Gläubiger (Zahlungsempfänger) die Erlaubnis, den geforderten Betrag von seinem Konto einzuziehen. Durch den bewilligten Bankeinzug wird das Konto des Zahlungspflichtigen mit der offenen Schuld belastet und der Zahlungsempfänger verzeichnet den entsprechenden Betrag auf seinem Konto.

Dies ist eine unkomplizierte, schnelle und einfache Weise, um eine Schuld zu begleichen. Ein Bankeinzug kann entweder einmalig durch das Lastschriftverfahren erfolgen, etwa wenn ein Kunde einen Online-Einkauf bezahlen möchte. Oder es wird ein permanenter Dauerauftrag eingerichtet, welcher regelmäßig die Zahlung einer festgelegten, gleichbleibenden Summe vom Konto des Zahlungspflichtigen auf das Konto des Zahlungsempfängers veranlasst.

a. Was ist das Lastschriftverfahren?

Aufgrund der unkomplizierten und schnellen Bezahlung ist das Lastschriftverfahren ein beliebtes Zahlungsmittel, um offene Rechnungen aus Online-Bestellungen oder sonstigen Dienstleistungen zu begleichen. Dabei verläuft die gesamte Bezahlung bargeldlos. Im Vergleich zu einer üblichen Überweisung, die der Zahlungspflichtige selbst tätigen muss, ist es beim Lastschriftverfahren der Zahlungsempfänger, der den Bankeinzug initiiert. Ehe dies jedoch geschieht, muss der Zahlungspflichtige die Erlaubnis erteilen, dass die Schuldsumme von seinem Konto entzogen werden darf. Diese Erlaubnis muss schriftlich vorliegen. Eine mündlich erteilte Zustimmung ist nicht rechtsgültig. Allerdings hat der Zahlungspflichtige die Möglichkeit, die erteilte Erlaubnis bei Bedarf wieder zurückzuziehen.

Ebenso bedarf es der Zustimmung der betroffenen Bank, ehe deren Kunde an einem Lastschriftverfahren teilnehmen kann. Warum? Sollte der Bankeinzug aus gegebenem Grund und innerhalb der geltenden Frist widerrufen werden, muss die Bank, welche die Zahlung ursprünglich durchgeführt hatte, diese rückgängig machen.

Zusätzlich gibt es das sogenannte SEPA-Lastschriftverfahren, welches europaweit genutzt werden kann. SEPA ist die Abkürzung für „Single Euro Payment Area“, auf Deutsch: Einheitlicher Euro Zahlungsverkehrsraum. Damit sollen Zahlungen innerhalb der EU harmonisiert und vereinfacht werden. Mit einer SEPA-Lastschrift besteht demnach die Möglichkeit, Rechnungen auch im europäischen Ausland wie gewohnt tätigen zu können.

 

2. Was wird für einen Bankeinzug benötigt?

Sollten sich Schuldner und Gläubiger darauf geeinigt haben, eine offene Forderung via Bankeinzug zu begleichen, gibt es lediglich eine Voraussetzung, die erfüllt werden muss: Der Zahlungsempfänger benötigt das Einverständnis des Zahlungspflichtigen, um den Bankeinzug veranlassen zu können. Dabei schreibt das europäische Recht vor, dass die Zustimmung des Zahlungspflichtigen schriftlich vorliegen muss. Sollte dieser nur mündlich zugestimmt haben, ist dies rechtlich nicht gültig. Das Einverständnis kann vom Zahler jederzeit widerrufen werden. Geschieht dies nicht, besitzt der Zahlungsempfänger das Recht, vom Konto des Zahlungspflichtigen die vorher vereinbarte Summe abbuchen zu lassen.


3. Die Widerspruchsfrist bei einem fehlerhaften Bankeinzug

Leider kommt es hin und wieder vor, dass ein Betrag fälschlicherweise von einem Bankkonto abgebucht wird. Oftmals stecken Betrüger dahinter, die das Geld unschuldiger  und unwissender Bankkunden auf diese Weise ausnutzen möchten. Es ist daher empfehlenswert, regelmäßig seine Kontoauszüge und jeden erfolgten Bankeinzug zu überprüfen. Somit haben Sie einen besseren Überblick darüber, wer wie viel Geld von Ihrem Konto abbucht. Sollten Sie feststellen, dass ein Bankeinzug fehlerhaft ist und der Zahlungsempfänger keine Berechtigung hatte, den Betrag abzubuchen, können Sie widersprechen.

Zu beachten ist, dass die Widerspruchsfrist im Falle von einem fehlerhaften Bankeinzug acht Wochen beträgt. Somit hat der Betroffene acht Wochen Zeit, um der Lastschrift zu widersprechen. Anschließend wird der Betrag, welcher fälschlicherweise abgebucht wurde, wieder zurück auf Ihr eigenes Konto überwiesen.

4. Die Vor- und Nachteile von einem Bankeinzug

Das Bezahlen per Lastschrift mit einem Bankeinzug ist eine bequeme und besonders schnelle Art, offene Forderungen zu begleichen. Doch wie jedes andere Zahlungsmittel hat auch der Bankeinzug Vor- und Nachteile. Diese werden im Folgenden erläutert.

a. Vorteile von einem Bankeinzug

Die Nutzung eines Bankeinzugs ist für beide Vertragspartner, sowohl für Zahler als auch für Empfänger, besonders komfortabel. Der Zahlungsempfänger kann seinen Aufwand erheblich reduzieren. Er muss sich keine Gedanken über die fristgerechte Überweisung des Schuldbetrags machen, da der gesamte Transfer vom Zahlungsempfänger übernommen wird. Der Zahlungspflichtige spart Zeit und mindert das Risiko, das Begleichen einer offenen Rechnung zu vergessen. Da der Zahlungsempfänger selbst für das Abbuchen des Betrags vom Konto des Zahlers verantwortlich ist, muss letzterer keine Mahngebühren durch in Verzug geratene Zahlungen fürchten.

Zu den Vorteilen für den Zahlungsempfänger zählt unter anderem die verbesserte Liquidationsplanung. Er hat die Wahl, wann er die Schuldsumme von dem Konto des Zahlungspflichtigen einziehen lassen möchte. Auf diese Weise kann sich der Gläubiger stets sicher sein, dass die Rechnung rechtzeitig beglichen wird. Mahnverfahren werden vermieden, die in der Regel nicht nur zeitaufwendig sind, sondern auch hohe Kosten verursachen können.

b. Nachteile von einem Bankeinzug

Die Nachteile von einem Bankeinzug liegen eher auf der Seite des Zahlungspflichtigen. Dadurch, dass der Zahlungsempfänger die Kontrolle über die Überweisung des Geldes besitzt, kann es für den Zahlungspflichtigen zu Unklarheiten kommen. Wann wird der entsprechende Betrag vom Konto abgebucht? Der Schuldner hat zu jedem Zeitpunkt dafür zu sorgen, dass sein Konto ausreichend gedeckt ist. Die ausstehende Schuldsumme muss eingezogen werden können. Ansonsten können für den Zahlungspflichtigen weitere Kosten anfallen.

Zudem wird von der Bank nicht überprüft, ob der bereits erfolgte Bankeinzug gerechtfertigt ist. Somit kann es passieren, dass Betrüger dies ausnutzen und fälschlicherweise Geld von Ihrem Konto abbuchen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die eigenen Kontoauszüge regelmäßig zu überprüfen. Die Widerspruchsfrist nach einem Bankeinzug beträgt lediglich acht Wochen. Nach Ablauf dieser Frist ist es schwer, den abgebuchten Betrag zurückerstattet zu bekommen.

 

5. Wie kann abilita mit Bankeinzügen helfen?

Den Überblick über das eigene Bankkonto zu behalten ist wichtig, da Sie Ihre Liquidität so besser planen und fälschliche Bankeinzüge rechtzeitig erkennen können. Bei allen Fragen rund um Bankeinzüge, Lastschrift und mehr steht abilita Ihnen gern zur Verfügung. Mit der Nutzung von abilita PAYMENT können Sie sich wieder auf anderweitige wichtige Aufgaben konzentrieren, während unser Team sich unter anderem über die Überwachung, Verbuchung und Zuordnung Ihrer Zahlungseingänge sorgt.

FAQ

Was ist ein Bankeinzug?

Mit einem Bankeinzug wird eine offene Schuldsumme durch eine Bank eingezogen. Hierbei erlaubt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger, den entsprechenden Betrag abzubuchen.

Wie funktioniert ein Bankeinzug?

Der Zahlungsempfänger kann einen vorher festgelegten Geldbetrag vom Konto des Zahlungspflichtigen abbuchen. Dafür wird jedoch ein schriftliches Einverständnis des Zahlers benötigt.

Wie lange ist die Widerspruchsfrist bei einem fehlerhaften Bankeinzug?

Sollte ein fehlerhafter Bankeinzug getätigt werden, kann der Betroffene widersprechen. Allerdings endet die Widerspruchsfrist in diesem Fall nach acht Wochen. Wenn innerhalb der Frist widersprochen wird, wird der entsprechende Geldbetrag zurück auf das Konto des Zahlers überwiesen.

Über die Autorin

Elisabeth Eichenseer arbeitet seit über zehn Jahren als Inkassosachbearbeiterin bei abilita. Sie betreut vorrangig Großkunden (Key Account Management) und das Auslandsinkasso, führt das operative Tagesgeschäft im kaufmännischen Mahnwesen durch und wirkt bei der Umsetzung und Betreuung von IT-Projekten mit. Aufgrund ihrer zahlreichen Fort- und Weiterbildungen ist sie bei abilita Ausbilderin und Teamleiterin im Inkasso.