Bei der Vorkasse (auch: Vorauskasse) zahlt der Käufer den Rechnungsbetrag, bevor die Ware versendet oder die Leistung erbracht wird. Die Bearbeitung bzw. der Versand erfolgt erst nach erfolgreichem Zahlungseingang. Für den Verkäufer ist Vorkasse dadurch eine sichere Bezahlmethode, für den Käufer dagegen mit einem gewissen Risiko verbunden.
Wie funktioniert die Zahlung per Vorkasse?
Der Ablauf ist einfach: Der Kunde bestellt im Onlineshop und wählt Vorkasse als Zahlungsart. Nach erfolgreichem Bestellabschluss erhält er die Zahlungsdaten vom Händler und überweist den fälligen Betrag. Sobald das Geld auf dem Konto des Händlers eingegangen ist, wird die Ware versendet. Bezahlt wird in der Regel per Überweisung; entsprechend hängt die Dauer von den Banklaufzeiten ab und beträgt innerhalb Deutschlands meist ein bis zwei Werktage. Eine feste Frist für den Käufer gibt es nicht. Je später er zahlt, desto später erhält er auch seine Ware.
Welche Arten von Vorkasse gibt es?
Vorkasse begegnet einem in mehreren Formen. Am häufigsten ist die vertraglich vorgesehene Vorkasse im Onlinehandel, oft speziell für Neukunden. Daneben gibt es die gesetzlich zulässige Vorkasse, etwa bei Pauschalreisen (gegen Reisesicherungsschein) oder bei anwaltlichen Leistungen. Im Außenhandel schließlich sichert Vorkasse den Exporteur ab, der die Produktion vorfinanzieren muss. Hier wird häufig zusätzlich eine Bankgarantie vereinbart. Für den E-Commerce ist vor allem die erste Form relevant.
Vorkasse aus Käufersicht:
Sicherheit und Risiken
Für Käufer bedeutet Vorkasse, in Vorleistung zu gehen und darauf zu vertrauen, dass die Ware nach der Zahlung tatsächlich geliefert wird. Anders als etwa bei PayPal gibt es keinen automatischen Käuferschutz. Das Zahlungsrisiko liegt damit beim Kunden: Bleibt die Lieferung aus (etwa bei einem unseriösen Shop oder im Insolvenzfall des Händlers), ist das überwiesene Geld unter Umständen nur schwer zurückzuholen. Bei der Zahlung per Vorkasse ist also etwas Vorsicht geboten: Käufer sollten unbedingt auf ein vollständiges Impressum, echte Kundenbewertungen und die allgemeine Seriosität des Online-Shops achten. Ein klares Warnsignal ist es, wenn keine anderen Zahlungsarten außer Vorkasse zur Verfügung stehen.
Vorkasse aus Händlersicht:
Warum Shops Vorkasse verlangen
Für Händler ist Vorkasse attraktiv, weil sie das Risiko eines Zahlungsausfalls praktisch ausschließt: Die Ware verlässt das Lager erst nach Zahlungseingang. Zudem fallen im Vergleich zur Kreditkarte oder PayPal viel geringere Transaktionsgebühren an. Diesen Vorteilen steht ein gewichtiger Nachteil gegenüber: Viele Kunden brechen den Kauf ab, wenn sie in Vorleistung gehen sollen. Vorkasse als einzige Zahlungsart im Checkout führt häufig zu Umsatzeinbußen. Hinzu kommt der manuelle Aufwand, Zahlungseingänge täglich zu prüfen und den Bestellungen zuzuordnen. Einen Überblick über alle gängigen Zahlungsarten und ihre Risiken bietet die Zahlungsarten-Seite von abilita.
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Alternativen zur Vorkasse
Wer Kaufabbrüche vermeiden und trotzdem sicher bleiben will, hat mehrere Möglichkeiten.
Die naheliegendste Alternative ist die Sofortüberweisung: Nachdem der Kunde die Bezahlmethode im Checkout ausgewählt hat, muss er den fälligen Betrag via Online Banking direkt an den Händler überweisen. Dieser erhält sofort eine Zahlungsbestätigung und kann die bestellte Ware zeitnah versenden.
Wer Vorkasse weiterhin anbieten möchte, kann den Prozess automatisieren: Mit coin4 VORKASSE übernimmt abilita die Zahlungsüberwachung und die automatische Zuordnung der Zahlungseingänge als White-Label-Lösung – der manuelle Aufwand entfällt. Weitere Praxistipps dazu im Beitrag Vorkasse im Onlineshop.
Den Zielkonflikt aus Sicherheit und Conversion lösen schließlich gesicherte Zahlarten: Mit der coin4 Zahlungsgarantie lassen sich die beliebten Zahlarten Kauf auf Rechnung und SEPA-Lastschrift ohne Zahlungsausfallrisiko anbieten. So bekommt der Kunde seine bevorzugte Zahlart, während der Händler gegen Zahlungsausfälle abgesichert bleibt.
FAQ
Häufige Fragen
Vorkasse (auch Vorauskasse) bezeichnet eine Zahlungsart, bei der die Lieferung erst nach vollständigem Zahlungseingang erfolgt. Der Käufer tritt somit in Vorleistung.
Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht. Da der Versand erst nach Zahlungseingang erfolgt, liegt zügiges Bezahlen im Interesse des Käufers. Manche Shops stornieren die Bestellung, wenn die Zahlung nach einigen Tagen ausbleibt.
Bei der Vorkasse überweist der Käufer den fälligen Betrag nach dem Bestellvorgang manuell an den Händler. Bei der Sofortüberweisung erfolgt die Zahlung noch während des Bestellvorgangs via Online-Banking des Käufers und wird dem Händler direkt bestätigt.
Das Risiko liegt beim Käufer, da er in Vorleistung geht und keinen automatischen Käuferschutz hat. Bei seriösen Shops mit vollständigem Impressum und guten Bewertungen ist Vorkasse unproblematisch; Vorsicht ist geboten, wenn Vorkasse die einzige Zahlart ist.
Für Händler bietet Vorkasse eine 100% Zahlungssicherheit und geringe Transaktionskosten. Zahlungen via Vorkasse sind für Käufer einfach durchzuführen, aber auch mit einem Vorleistungsrisiko verbunden.
Gängige Alternativen sind die Sofortüberweisung sowie gesicherte Zahlarten wie Kauf auf Rechnung oder SEPA-Lastschrift mit Zahlungsgarantie, die Kaufabbrüche reduzieren und den Händler zugleich vor Zahlungsausfällen schützen.
Verwandte Begriffe
- Sofortüberweisung als die schnellere Alternative mit sofortiger Zahlungsbestätigung.
- Kauf auf Rechnung: die beliebteste, conversionstarke Zahlart im DACH-Onlinehandel.
- Zahlungsgarantie sichert Rechnung und Lastschrift gegen Zahlungsausfall ab.
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