Rücklastschrift

Wie ist der Ablauf und was sind die Gründe für eine Rücklastschrift?

Besonders beliebt in Deutschland sowie weltweit ist das Bezahlen per Lastschrift. Damit können Kunden Ihre Rechnungen von Online-Bestellungen schnell und unkompliziert begleichen. Hierbei erteilt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger die Erlaubnis, die entsprechende Rechnungssumme von einem angegebenen Bankkonto abzubuchen. Allerdings kann es in einigen Fällen zu Problemen kommen, wodurch die Transaktion fehlschlägt. So kann eine Lastschrift beispielsweise nicht ausgeführt werden, wenn das Bankkonto nicht ausreichend gedeckt ist.

Dies löst eine Rücklastschrift aus. Doch was sind die genauen Gründe einer Rücklastschrift? Und wie läuft diese ab? Erfahren Sie hier auf abilita alles Wissenswerte rund um die Rücklastschrift, deren Konsequenzen und welche Gebühren anfallen.

1. Was ist eine Rücklastschrift?

Eine weit verbreitete Zahlungsmethode ist das Lastschriftverfahren. Besonders häufig wird dieses für das Begleichen von Einkäufen im Internet verwendet.
Eine Transaktion, welche nicht ausgeführt werden kann, wird Rücklastschrift genannt. Solch eine nicht realisierbare Transaktion kann mehrere Gründe haben. So können beispielsweise Kunden mit der Rücklastschrift getätigte Zahlungen zurückfordern, sollten Sie diese im Voraus nicht genehmigt haben.

Generell wird zwischen einem aktiven Widerspruch und einem Fehler in der Durchführung der Lastschrift unterschieden. Diese Fälle werden voneinander abweichend behandelt. Sollte ein aktiver Widerspruch vorliegen, muss der Kunde kontaktiert werden, um das Problem zu lösen. Bei einem Fehler in der Abwicklung wird grundsätzlich damit begonnen, sämtliche Daten zu überprüfen. Es wird untersucht, ob alle Abläufe korrekt getätigt wurden und ob der Kunde die richtigen Informationen vorgelegt hat.

Genauere Informationen über die Ursache einer Rücklastschrift werden anhand sogenannter R-Codes ersichtlich. Diese werden bei einer fehlgeschlagenen Zahlung von der Bank mitgeteilt. Der Begriff „R-Codes“ leitet sich von den jeweiligen englischen Bezeichnungen ab. Die R-Codes bzw. Gründe für eine Rücklastschrift lauten:

  • Rückweisung (Reject)
  • Ablehnung (Refusal)
  • Rückgabe (Return)
  • Widerspruch (Refund)
  • Stornierung (Reversal)
  • Rückruf (Revocation)
  • Antrag auf Stornierung (Request for Cancellation)

 

a. Was ist das SEPA-Lastschriftverfahren?

Immer häufiger genutzt wird das SEPA-Lastschriftverfahren. SEPA steht für „Single Euro Payments Area“. Das SEPA-Lastschriftverfahren wurde mit dem Ziel eingeführt, einen einheitlichen Zahlungsverkehrsraum für die EU-Staaten zu erreichen. In Deutschland ist das SEPA-Lastschriftverfahren für Kunden eine der beliebtesten Zahlarten.

Auch für Unternehmen (den Verkäufern) bietet diese Bezahlmöglichkeit viele Vorteile. Als Verkäufer haben Sie mit der SEPA-Lastschrift die Erlaubnis, die entsprechende Rechnungssumme vom Bankkonto Ihres Kunden abzubuchen. Hierfür benötigen Sie ein Lastschriftmandat, mit welchem der Zahlungspflichtige Sie dazu berechtigt, Zahlungen einzuziehen. Somit haben Sie eine deutlich höhere Kontrolle über Ihre Liquidität und darüber, wann Zahlungseingänge stattfinden.

Grundsätzlich ist der Anteil an fehlgeschlagenen Transaktionen bei einem SEPA-Lastschriftverfahren im Vergleich zu anderen Zahlungsmöglichkeiten gering. Trotzdem kommt es immer wieder zu Rücklastschriften.

 

2. Gründe für eine Rücklastschrift

Sollte eine Rücklastschrift entstehen, kann dies mehrere Gründe haben. Nicht selten liegt es daran, dass das angegebene Konto des Kunden nicht ausreichend gedeckt ist. Da die entsprechende Rechnungssumme nicht eingezogen werden kann, wird die Transaktion nicht durchgeführt. Des Weiteren wird eine Rücklastschrift eingeleitet, wenn eine falsche Kontoverbindung angegeben wurde. Auch wenn das aufgeführte Konto nicht länger besteht und geschlossen wurde, tritt eine Rücklastschrift ein.
Grundsätzlich werden sowohl der Zahlende als auch der Zahlungsempfänger im Falle einer Rücklastschrift informiert.

Die Voraussetzung für das Lastschriftverfahren ist das Lastschriftmandat. Sollte dieses nicht vorliegen, hat der Kunde keine Erlaubnis erteilt, Zahlungen von seinem Konto einzuziehen. Falls trotz mangelnder Berechtigung eine Rechnungssumme abgebucht wird, hat der Kontoinhaber die Möglichkeit, der Lastschrift widersprechen. In diesem Fall wird eine Rücklastschrift ausgelöst. Dieser Widerspruch muss bei der Bank des Zahlenden erfolgen. Hierfür ist es wichtig, die geltenden Fristen zu beachten. Bei einer nicht berechtigten Abbuchung beträgt die Frist in der Regel 13 Monate.

 

3. Ablauf einer Rücklastschrift

Eine ungewollte Rücklastschrift verläuft gänzlich automatisch, sollte die Transaktion nicht ausgeführt werden können. Somit wird das entsprechende Konto nicht belastet. Eine bewusste und gewollte Rücklastschrift wird vom Kunden selbst eingeleitet. Dies ist beispielsweise bei einer nicht genehmigten Abbuchung der Fall. Der Gläubiger wird informiert, dass eine Rücklastschrift bei der Bank beantragt wurde. Anschließend wird der Vorgang der Abbuchung rückgängig gemacht.

Eine Rücklastschrift nach einer nicht genehmigten Zahlung sollte so schnell wie möglich beantragt werden. Die Frist dafür beträgt 13 Monate. Sollte jedoch eine Einzugsermächtigung vorliegen, liegt die Frist bei lediglich sechs Wochen. Aus diesem Grund ist es wichtig, alle Abbuchungen regelmäßig zu überprüfen, um mögliche Fehler rechtzeitig zu melden. Entdecken Sie eine Zahlung, welche Sie nicht genehmigt haben, sollten Sie dies unverzüglich bei Ihrer Bank melden. Nach der Abwicklung der Rücklastschrift wird Ihnen das Geld zurücküberwiesen.

4. Was sind die Konsequenzen einer Rücklastschrift?

Die Folgen einer Rücklastschrift sind unterschiedlich, aber stets mit einem gewissen Mehraufwand verbunden. So muss die fehlgeschlagene Transaktion überprüft werden, was Zeit und zusätzliche Verwaltungskosten bedeutet. In einigen Fällen kann eine Kontaktaufnahme zu Ihrem Kunden nicht vermieden werden.

Eine fehlgeschlagene Zahlung beeinflusst zudem Ihre Liquidität, da Sie durch sie weniger Einnahmen vorweisen können. Darüber hinaus erheben die Banken eine Gebühr für jede getätigte Rücklastschrift. Unter Umständen kann diese jedoch an den Kunden weitergeleitet werden.

Nach einer Rücklastschrift sollten Sie als Unternehmen dafür sorgen, die offene Forderung erneut einzuziehen. Sollte die Transaktion auch nach mehrfachen Versuchen nicht erfolgreich sein, muss der Kunde erneut mittels einer Zahlungserinnerung zur Zahlung aufgefordert werden. Ein weiterer Schritt ist die Einleitung des Mahnverfahrens, falls die Rechnung von dem Zahlungspflichtigen weiterhin nicht beglichen wird.

 

5. Wie hoch sind die Gebühren einer Rücklastschrift?

Nach einer fehlgeschlagenen Transaktion und dem Auslösen der Rücklastschrift entsteht für die Banken ein Mehraufwand. Daher fällt in solchen Fällen eine Gebühr an. Wer diese Kosten tragen muss, ist abhängig von der bestehenden Zahlungsverpflichtung.

Sollte eine korrekte Zahlungsverpflichtung vorliegen, können Sie als Unternehmen die Kosten an Ihren Kunden weitergeben. Ist das Bankkonto Ihres Kunden nicht ausreichend gedeckt oder nicht vorhanden , tritt dieser Fall ein. Bei einer Rücklastschrift einer SEPA-Lastschrift sind die Gebühren abhängig von dem ursprünglichen Rechnungsbetrag. Die Höhe der Gebühren variiert je nach Transaktion und Bank.

Eine inkorrekte Zahlung kann für das Unternehmen jedoch weitere Kosten bedeuten. So kann es passieren, dass der entsprechende Kunde aufgrund der fehlgeschlagenen Transaktion keine weiteren Geschäfte mit dem Verkäufer abwickeln möchte. Daher ist es äußerst wichtig, darauf zu achten, dass alle Zahlungen sorgfältig und korrekt ausgeführt werden.

FAQ

Was ist eine Rücklastschrift?

Wenn eine Transaktion fehlschlägt,, wird eine Rücklastschrift ausgelöst. Dies kann mehrere Gründe haben. Beispielsweise tritt eine Rücklastschrift ein, wenn das Konto des Zahlenden nicht ausreichend gedeckt ist oder dieser der Abbuchung widerspricht.

Wie viel kostet eine Rücklastschrift?

Die Kosten einer Rücklastschrift variieren je nach Bank. Zudem sind die Gebühren z. B. bei einer SEPA-Lastschrift abhängig vom Abbuchungsbetrag. Je höher die Rechnungssumme ist, desto höher sind die anfallenden Gebühren.

Wer zahlt die Rücklastschrift?

Falls eine korrekte Zahlungsverpflichtung besteht, das Konto des Zahlenden jedoch nicht ausreichend gedeckt ist oder falsche Kontodaten angegeben wurden, muss der Kunde die Gebühren übernehmen.

Über den Autor

Florian Rott kam als Auszubildender zu abilita. Nachdem er hier seine Lehre zum Kaufmann für Büromanagement abschloss, arbeitete er als Sachbearbeiter in der Buchhaltung und übernahm die Assistenz der Backend IT. Aktuell absolviert er außerdem ein Fernstudium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg.