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Verzugszinsenberechnung

Wie erledige Ich eine Verzugszinsenberechnung?

Nicht bezahlte Rechnungen führen häufig nicht nur zu Unmut, sondern auch zu weiteren Kosten. So können nicht nur Mahngebühren anfallen, sondern durchaus auch Verzugszinsen fällig werden. In § 288 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird beschrieben, dass bei einem Zahlungsverzug Geldschulden zu verzinsen sind. Wie hoch diese Verzugszinsen sind, wie sie berechnet werden, welche Unterschiede es zwischen Verbrauchern und Unternehmen gibt sowie einige, weitere Informationen erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.

Was sind Verzugszinsen?

 

Als Verzugszinsen bezeichnet man die Zinsen, die bei einem Zahlungsverzug anfallen. Solch ein Zahlungsverzug tritt ein, wenn eine offene Forderung nicht binnen der vereinbarten oder der gesetzlichen Frist von 30 Tagen beglichen wird. Nach Ablauf der Zahlungsfrist findet sich ein Schuldner im Verzug - und der Gläubiger kann neben den Mahngebühren auch Verzugszinsen erheben. Bei diesen beiden zusätzlich anfallenden Kosten sind voneinander unabhängig und können einzeln, aber auch gemeinsam erhoben werden.

Bei den Verzugszinsen muss zwischen Verbraucher, also einer Privatperson, die bei einem Unternehmen einkauft, und einem reinen Geschäft zwischen Unternehmen unterschieden werden. In beiden Fällen gibt es unterschiedlich hohe Verzugszinsen, welche erhoben werden können. Wie wird der Basiszinssatz mit einbezogen? Die Zinsen belaufen sich bei einem B2C-Geschäft, also zwischen Unternehmen und Verbraucher, auf 5 Prozent über dem aktuellen Basiszinssatz. Bei einem B2B-Geschäft, welches ausschließlich zwischen Unternehmen stattfindet, belaufen sich die Zinsen auf 9 Prozent über dem aktuellen Basiszinssatz.

Wie setzen sich die Verzugszinsen zusammen?

Die eigentlichen Verzugszinsen sind abhängig von der Höhe der offenen Forderungen und werden wie beschrieben bei B2C-Geschäften und B2B-Geschäften unterschiedlich erhoben. Die genaue Berechnung der Verzugszinsen erläutern wir weiter unten im Text. Neben diesen Kostenpunkten werden jedoch häufig weitere Pauschalen und Gebühren fällig, wenn sich ein Schuldner im Zahlungsverzug befindet. Oftmals werden Mahngebühren oder Verzugskostenpauschalen mit den Verzugszinsen verwechselt.
Bei den Verzugszinsen handelt es sich um gesetzlich vorgeschriebene Zinsen, die bei Zahlungsverzug zu erheben sind. Jeder Tag, welcher über das eigentliche Zahlungsziel hinaus geht, wird als Verzugstag bezeichnet und bildet die Grundlage für die Berechnung der Verzugszinsen. Um die tatsächlichen Verzugszinsen zu berechnen, benötigt man daher die Anzahl der Verzugstage, den korrekten Zinssatz sowie selbstverständlich auch die Höhe der offenen Forderung.

Wann sind Verzugszinsen zu bezahlen?

 

Bezahlen muss man die Verzugszinsen in jedem Fall, sofern diese korrekt berechnet wurden und ein tatsächlicher Zahlungsverzug eingetroffen ist. Der Gläubiger kann zwar darauf verzichten, Verzugszinsen zu erheben - als Schuldner sollte man sich jedoch nicht auf diese kulante Geste verlassen. Werden Verzugszinsen erhoben und vom Schuldner nicht ausgeglichen, steigen diese mit jedem weiteren Tag um den entsprechenden Prozentsatz.

Wie berechnet man Verzugszinsen?

Die Berechnung der Verzugszinsen ist einfach und orientiert sich am Zins-Jahr. Hier ist die Anzahl der Tage immer gleich und beträgt 365 Tage, der erste Tag wird jedoch nicht verzinst. Damit man als Gläubiger, aber auch als Schuldner die korrekte Höhe der Verzugszinsen berechnen kann, haben wir die wichtigsten Punkte nochmals zusammengefasst und ein erläutern die Berechnung anschaulich anhand eines Rechenbeispiels.

a. benötigte Informationen


Unabhängig davon ob es sich um ein B2C - oder B2B - Geschäft handelt, werden zur Berechnung neben der tatsächlichen Höhe der offenen Forderungen noch die Anzahl der Verzugstage benötigt. Zur individuellen Berechnung der Verzugszinsen sind zudem die korrekten Zinssätze für ein B2C - Geschäft sowie dem B2B - Geschäft notwendig.

Zwischen einem Unternehmen und einem Verbraucher können Zinsen in Höhe von 5 Prozent über dem Basiszins erhoben werden. Bei einem Geschäft zwischen Unternehmen sogar 9 Prozent über dem Basiszins.

 

b. Berechnung


Die Verzugszinsen sind folglich einfach zu berechnen. Nehmen wir als Rechenbeispiel eine offene Forderung in Höhe von 1.000 €, welche 25 Tage nach dem Zahlungsziel noch immer nicht beglichen wurde. Gläubiger ist ein Unternehmen, Schuldner eine Privatperson. Der aktuell gültige Basiszins beträgt -0,88 Prozent.

Schritt 1: Ermittlung des korrekten Prozentsatzes


-0,88 Prozent Basiszinssatz + 5 Prozent (B2C) = 4,12 Prozent Verzugszins


Schritt 2: Berechnung der Zinsen in Prozent pro Tag


4,12 Prozent / 365 Tage = 0,013 Prozent pro Tag bzw.
0,0412 / 365 = 0,00013 (gerundet)

 

Schritt 3: Ermittlung der konkreten Verzugszinsen pro Tag


0,00013 x 1.000 € = 0,13 € Verzugszinsen pro Tag

 

Schritt 4: Berechnung der gesamten Verzugszinsen


25 Tage x 0,13 € = 3,25 € Verzugszinsen

 

So einfach berechnet man die Verzugszinsen in nur vier Schritten. Für ein B2B Geschäft müssen lediglich die 5 Prozent aus dem B2C-Geschäft durch die 9 Prozent aus dem B2B-Geschäft über dem Basiszins in die Berechnung einbezogen werden. Zusätzlich zu den gesamten Verzugszinsen in Höhe von 3,25 € können noch die Verzugskostenpauschale oder Mahngebühren berechnet werden. Jedoch muss deutlich gekennzeichnet werden, ob es sich bei den entsprechenden Positionen um Verzugszinsen oder andere Kosten handelt.

Mahngebühren und Verzugszinsen

Neben den vorangehend erläuterten Verzugszinsen können einem Schuldner noch weitere Kosten entstehen. Oftmals werden Mahngebühren, Verzugskostenpauschale und Verzugszinsen miteinander verwechselt. Dabei unterscheiden sich diese Kosten grundlegend voneinander. Wie die Zinsen entstehen und berechnet werden, haben wir bereits aufgeschlüsselt.

Die Mahngebühren hingegen sind nicht von der offenen Summe abhängig, sondern werden individuell vom Gläubiger festgelegt. Sie stellen so keinen Zins, sondern eine Verzugskostenpauschale dar. Dieser Betrag dient als Kostenersatz für das Erstellen der Mahnschreiben und liegt üblicherweise bei 40 €, geringere pauschale Gebühren können aber auch erhoben werden. Die Höhe sollte stets in Relation zum tatsächlichen Aufwand liegen.

Die genaue Vorgehensweise bei Zahlungsverzug

 

Gleicht ein Kunde seine Rechnung nicht fristgemäß aus, bedarf es zuerst etwas Verständnis und die Prüfung einiger Parameter. Selbst dem treuesten und aufmerksamsten Kunden kann ein Fehler unterlaufen. Er könnte an der Zahlung beispielsweise durch eine Krankheit gehindert werden oder es wurde schlichtweg vergessen, auf eine (möglicherweise verkürzte) Zahlungsfrist hinzuweisen.

Bei sämtlichen Geschäften gilt grundsätzlich die gesetzliche Zahlungsfrist von 30 Tagen. Verbraucher müssen auf diese Frist innerhalb des Vertrags oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hingewiesen werden, ansonsten tritt kein Zahlungsverzug ein. Unternehmen, also B2B-Kunden, müssen nicht auf die gesetzliche Frist hingewiesen werden. Sollte es jedoch eine längere oder kürzere Zahlungsfrist geben, muss diese ebenfalls im Vertrag vereinbart oder in den AGB aufgeführt werden, damit rechtlich bindend ein Zahlungsverzug entsteht.

Sofern die Forderung gegenüber dem Schuldner korrekt und rechtlich einwandfrei ist, und sich der Schuldner auch nachweislich im Verzug befindet, sollte zuerst eine Zahlungserinnerung gesendet werden. Das kann bereits eine freundliche E-Mail oder auch ein Schreiben per Post sein. Hier sollte nochmals deutlich vermerkt werden, wann der offene Betrag fällig war und wie lang die erneute Zahlungsfrist andauert. Ebenso ist es hilfreich, bereits auf mögliche Konsequenzen und Forderungen hinzuweisen und die potentiell anfallenden Mahnkosten und Verzugszinsen zu erwähnen.

Reagiert der Schuldner auf diese erste, oder auch auf weitere Mahnungen nicht, kann ein Gläubiger die offene Forderung beispielsweise durch einen Anwalt, ein darauf spezialisiertes Unternehmen oder auch durch ein gerichtliches Mahnverfahren einfordern. Inklusive der fällig gewordenen Verzugszinsen und weiteren Mahnkosten.

Wer darf eine Mahnung mit Verzugszinsen erstellen?

Grundsätzlich kann jeder Gläubiger eine Mahnung mit Verzugszinsen erstellen, sofern sich ein Schuldner im Zahlungsverzug befindet. Dabei ist es unerheblich, ob der Gläubiger oder Schuldner ein Unternehmer oder Verbraucher ist. Auch zwischen zwei Privatpersonen kann es zu einem Zahlungsverzug, beispielsweise bei einem Kredit oder einem Kauf unter Privatleuten, kommen. Hier gelten dieselben rechtlichen Bestimmungen, wie zwischen Unternehmen und Verbrauchern.

Wie unterstützt mich abilita.de beim Thema Verzugszinsen?

Bei allen Fragen rund um Verzugszinsen, dem Mahnwesen und vielem mehr ist abilita.de ihr kompetenter Ansprechpartner. Mit den Leistungen von abilita müssen Sie sich keine Gedanken mehr um den Zahlungsverzug von Kunden machen - denn wir haben alle offenen Forderungen im Blick und übernehmen das Versenden der Zahlungserinnerungen, das komplette Mahnwesen und Forderungsmanagement für Sie. Auf diese Weise kommen Sie sicher an Ihr Geld. abilita. das rechnet sich.