Mahnbescheid

Nützliche Infos zur Erstellung und zum Ablauf des Mahnantrags


Ihr Kunde hat eine Leistung oder ein Produkt erhalten und trotz mehrmaliger Aufforderung bleibt der ausstehende Betrag offen oder er verweigert die Zahlung? Ein Problem, das vor allem vielen Online-Händlern bekannt ist. Gerät ein Kunde in Zahlungsverzug, so ist dies nicht nur ärgerlich, sondern auch lästig und mit zusätzlichen Kosten verbunden. Dem Händler stehen dabei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um an sein Geld zu kommen. In unserem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie einen Mahnbescheid, sowei einen Online Mahnantrag beantragen können und geben Ihnen hilfreiche Tipps zum Ablauf des Mahnverfahrens.

Was ist ein Mahnbescheid?

 

Bleibt eine Rechnung trotz Aufforderungen und Zahlungserinnerungen unbezahlt, haben Sie die Möglichkeit, ein gerichtliches Mahnverfahren gegen Ihren Schuldner einzuleiten. Damit machen Sie als Gläubiger Ihre Forderung gegen den Schuldner über das Gericht geltend. Dieser wird nun gerichtlich aufgefordert, den offenen Betrag zuzüglich der anfallenden Gebühren auszugleichen. Zudem wird mit dem Antrag auf Erstellung des Mahnbescheids die Verjährung der Forderung unterbrochen.

Wie und Wann wird ein Mahnbescheid erstellt?

Haben Sie als Gläubiger gegenüber einem Schuldner Anspruch auf eine Zahlung eines bestimmten Geldbetrages, können Sie diesen mithilfe eines gerichtlichen Mahnverfahrens einfordern. Das Mahnverfahren beginnt mit dem Beantragen des Mahnbescheids beim jeweilig zuständigen Mahngericht. Auf schriftlichen Antrag des Gläubigers leitet das Gericht das Mahnverfahren gegenüber dem Schuldner ein.

Mit dem Einreichen des Mahnbescheids wird eine entsprechende Gerichtsgebühr für die Bearbeitung erhoben. Diese ist zunächst durch Sie als Antragsteller zu entrichten, muss aber letztendlich auch vom Schuldner getragen werden. Ist die Gebühr eingezahlt, wird der Mahnbescheid vom Gericht erstellt und dem Schuldner zugestellt. Die Beantragung des Mahnbescheids kann dabei sowohl schriftlich über ein entsprechendes Formular als auch online erfolgen. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf, wir helfen Ihnen gerne bei all Ihren Fragen.

Wer darf einen Mahnbescheid erstellen?

Das Mahnverfahren ist in Deutschland rechtlich und formal streng geregelt. Ein Mahnbescheid darf dabei ausschließlich vom zuständigen Mahngericht erlassen und zugestellt werden. Grundlage hierfür ist die sogenannte Zivilprozessordnung. Das Mahnverfahren ist dabei ein vereinfachtes Gerichtsverfahren zur Durchsetzung von Geldforderungen. Es beginnt mit einem schriftlichen Antrag des Gläubigers beim Mahngericht. Das Gericht erlässt daraufhin einen Mahnbescheid und stellt diesen dem Schuldner zu. Die örtliche Zuständigkeit liegt dabei bei dem Zentralen Mahngericht des Bundeslandes, in welchem der Gläubiger seinen Sitz hat.

Wie kann ich einen Mahnantrag beantragen?

Mit dem gerichtlichen Mahnverfahren haben Sie als Gläubiger die vereinfachte Möglichkeit, Ihr Geld aktiv einzufordern. Um das Mahnverfahren einzuleiten, benötigt es einen entsprechenden schriftlichen Antrag beim örtlich zuständigen Mahngericht. Dieser kann sowohl über einen amtlichen Vordruck oder direkt online erfolgen. Grundsätzlich benötigen Sie neben einigen formalen Angaben eine postalische Anschrift des Schuldners. Den amtlichen Vordruck erhalten Sie beispielsweise in vielen Schreibwarengeschäften oder können diesen online herunterladen.
Neben dem amtlichen Vordruck können Sie Ihren Mahnantrag auch auf der Webseite der deutschen Mahngerichte direkt online stellen.

Kann dem Mahnbescheid widersprochen werden?

 

Der beantragte Mahnbescheid wird vom örtlichen Mahngericht erstellt und dem Schuldner zugesendet. Mit der Aushändigung oder dem dokumentierten Einwurf des Mahnbescheids durch den Postboten gilt dieser als zugestellt und eine 14-tägige Einspruchsfrist beginnt, nach diesen zwei Wochen kann der Kunde keinen Widerspruch mehr einlegen. Nur innerhalb dieser Frist kann durch den Schuldner Einspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt werden. Die Frist ist vor allem für den Empfänger des Mahnbescheids von Bedeutung, da das jeweilig zuständige Mahngericht den Mahnantrag des Gläubigers rein formal prüft. Eine Überprüfung der Forderung oder deren Rechtmäßigkeit findet nicht statt und obliegt damit dem Schuldner.

Legt dieser Einspruch gegen den Mahnbescheid ein, können Sie als Gläubiger ein gerichtliches Klageverfahren beantragen. Es folgt die Klage. Ob die Forderung berechtigt ist oder nicht, wird nun durch das zuständige Amtsgericht in einem Gerichtsverfahren geprüft. Folgt dem Mahnbescheid kein Widerspruch und es erfolgt keine Zahlung der ausstehenden Summe, können Sie innerhalb von sechs Monaten nach der Zustellung den Vollstreckungsbescheid beantragen. Der Vollstreckungsbescheid ist ein gerichtlicher Schuldtitel und ermöglicht Ihnen, Pfändungsmaßnahmen gegen den Schuldner einzuleiten. Dann sind sogar alle Voraussetzungen für einen Gerichtsvollzieher gegeben, dieser fordert die Schulden bei Bedard ein.

Der genaue Ablauf eines Mahnverfahrens

Um ein Mahnverfahren gegen einen Schuldner einzuleiten, benötigt es zunächst einen schriftlichen Antrag beim jeweiligen Mahngericht. Dieser beinhaltet Art und Höhe der Forderung sowie die Daten des Schuldners und des Gläubigers. Eine Empfangsadresse des Schuldners ist dabei zwingend erforderlich; ohne diese ist eine Zustellung des Mahnbescheids durch das Gericht nicht möglich.

Erstellung

Nach dem Eingang des Mahnantrags prüft das örtliche Mahngericht diesen auf formale Korrektheit. Die Forderung an sich wird nicht durch das Gericht geprüft. Ist die Gerichtsgebühr eingezahlt, erlässt das Gericht den Mahnbescheid und veranlasst dessen Zustellung.

Zusendung

Ist der Mahnbescheid durch das Gericht erstellt, veranlasst dieses die Zustellung per Postzustellungsauftrag. Dem Antragsgegner wird nun der Mahnbescheid auf dem Postweg zugestellt.

Empfangsbestätigung

Der Schuldner erhält den Mahnbescheid direkt vom Postboten und muss deren Empfang per Unterschrift bestätigen. Findet keine persönliche Zustellung statt, wird der Einwurf des Mahnbescheids durch den Postboten dokumentiert und gilt so ebenfalls als zugestellt. Nach der erfolgten Zustellung des Mahnbescheids wird der Antragsteller durch das jeweilige Mahngericht darüber informiert. Mit dem Tag der Zustellung beginnt ebenso die 14-tägige Einspruchsfrist des Schuldners.

Ergebnis

Der Schuldner hat nun verschiedene Möglichkeiten, auf den Mahnbescheid zu reagieren. Begleicht er die Forderung inklusive den anfallenden Gebühren, gilt das Mahnverfahren damit als abgeschlossen. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass der Schuldner dem Mahnbescheid widerspricht. Ist dies der Fall, haben Sie als Gläubiger die Möglichkeit, ein gerichtliches Klageverfahren gegen Ihren Antragsgegner zu beantragen. Reagiert der Antragsgegner nicht auf den Mahnbescheid, können Sie einen entsprechenden Vollstreckungsbescheid beantragen.

Welche Gebühren kommen auf mich zu?

 

Wie jeder Gerichtsprozess ist auch das gerichtliche Mahnverfahren mit Gerichts- und Anwaltskosten verbunden. Diese richten sich jeweils nach der Höhe der Forderung gegenüber Ihrem Antragsgegner. Bei einer Forderung bis zu 1.000 € beträgt die Mindestgebühr seit dem 01. Januar 2021 neuerdings 36 €, zuvor waren es 32 €. Dabei gilt es zu beachten, dass die Kosten des Mahnverfahrens in der Regel der Schuldner trägt. Der Gläubiger muss diese jedoch zunächst auslegen und kann im Anschluss die Kosten wieder zurückfordern. Somit ist das Mahnverfahren für Sie als Antragsteller völlig kostenfrei, vorausgesetzt Ihre Forderung ist rechtens. Wird der Mahnantrag durch einen Anwalt eingereicht, so fallen zusätzlich zu den Gerichtsgebühren noch weitere Kosten für den Anwalt an.

Wie unterstützt abilita.de bei der Erstellung eines Mahnantrags?

Das gerichtliche Mahnverfahren ist rechtlich und formal streng geregelt. Grundsätzlich prüft das Mahngericht lediglich die formale Richtigkeit des Antrags. Eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Forderung findet indes nicht statt. So sollten Sie generell sicherstellen, dass Ihre Forderung auch durchsetzbar ist. Hierzu ist es wichtig, dass die gesetzliche Zahlungsfrist von 30 Tage bereits abgelaufen ist. Widerspricht Ihr Antragsgegner erfolgreich gegen den Mahnbescheid ist dies äußerst ärgerlich. Neben der offenen Forderung bleiben Sie nun auch auf den Kosten für das Mahnverfahren sitzen. Wird der Mahnantrag aufgrund formaler Fehler vom Mahngericht abgelehnt, kommt es zu einer Monierung. Eine Monierung kann besispielsweise bereits bei einem falsch geschrieben Namen oder einer vergessenen Angabe zur Forderung der Fall sein. Der Gläubiger erhält nun den Mahnantrag mit den entsprechenden Beanstandungen des Gerichts zurück und hat die Möglichkeit auf diese zu antworten. Sind die Fehler korrigiert, kann der Mahnantrag erneut eingereicht werden. Dies ist allerdings nicht nur mit zusätzlichem Aufwand, sondern auch mit erneuten Kosten durch das Gericht verbunden.

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FAQ

Was ist ein Mahnbescheid?

Mit einem Mahnbescheid können Sie eine Forderung gegenüber eines Schuldners gerichtlich einfordern. Der Mahnbescheid ist der erste Schritt eines Gläubigers, um einen vollstreckbaren Schuldtitel zu erwirken. Der Schuldner wird damit gerichtlich aufgefordert, den offenen Betrag auszugleichen.

Wie wird ein Mahnbescheid erstellt?

Um einen Mahnbescheid zu erstellen, muss zunächst ein entsprechender Antrag beim zuständigen Mahngericht eingehen. Der Antrag kann schriftlich oder online erfolgen. Nach Prüfung des Antrags erstellt das jeweilige Mahngericht den Mahnbescheid und lässt diesen dem Schuldner zukommen.

Wer darf einen Mahnbescheid erstellen?

Ein Mahnbescheid wird ausschließlich vom örtlich zuständigen Mahngericht erstellt und versendet. Die Zuständigkeit richtet sich dabei nach dem Sitz des Antragstellers. Der Mahnantrag hingegen kann grundsätzlich von jedem gestellt werden, der berechtigte Forderungen von einem Schuldner hat.

Über die Autorin

Stefanie Gurski ist seit 2015 bei abilita angestellt. Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte setzte bereits nach Ihrer Ausbildung ihren Schwerpunkt auf das gerichtliche Mahnverfahren und kann unter anderem auch Erfahrung im Bereich Auslandsvollstreckung für Österreich und die Schweiz vorweisen. Bei abilita ist sie für das gerichtliche Mahnverfahren, die Zwangsvollstreckung sowie Gehalts- und Kontopfändungen zuständig; das Telefoninkasso rundet ihr Aufgabengebiet ab.