Ratenzahlung

Abwicklung und Sicherheiten

Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Alltag werden wir immer wieder mit dem Thema Ratenzahlung (auch Ratenkauf genannt) konfrontiert. Ob beim Autokauf, bei der Anschaffung eines neuen Fernsehers oder auch bei der Investition in eine neue Büroausstattung beziehungsweise einen neuen Maschinenpark. Beispiele hierfür gibt es viele. Gerade beim Erwerb von kostspieligen Waren greifen wir gerne auf den Ratenkauf zurück und erhalten somit unsere finanzielle Liquidität. Worum es sich bei der Ratenzahlung genau handelt, wie diese abläuft und welche unterschiedlichen Formen es gibt, erfahren Sie in unserem Beitrag. Anschaulich möchten wir Ihnen das Thema Ratenzahlung näher bringen und sowohl auf die Vor- als auch die Nachteile dieses Finanzierungsmodells eingehen.

Was ist eine Ratenzahlung?

 

Bei der Ratenzahlung handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen dem Käufer und dem Verkäufer. Dabei wird der fällige Betrag für das erworbene Produkt oder die Dienstleistung nicht auf einmal fällig, sondern durch mehrere Teilzahlungen beglichen, in sogenannten Raten. Dadurch verschiebt sich die entsprechende gesetzliche Zahlungsfrist je nach Vereinbarung. Beim Ratenkauf, auch Finanzkauf genannt, wird somit die Gesamtsumme der Rechnung auf mindestens zwei Teilzahlungen aufgeteilt. Sowohl die Dauer als auch die Höhe der Teilzahlungen werden dabei von beiden Parteien vertraglich vereinbart. Oftmals werden zusätzlich Zinsen fällig, welche mit den vereinbarten Rate beglichen werden.

Wie läuft eine Ratenzahlung genau ab?

Von einer Ratenzahlung spricht man, wenn zum Beispiel der Kaufpreis eines Produktes in mehrere Teilbeträge (Raten) aufgeteilt wird. Hierbei wird zwischen beiden Parteien sowohl die Laufzeit der Ratenzahlung (in der Regel zwischen 3 und 24 Monaten) als auch die Höhe der einzelnen Tilgungsbeträge vereinbart. Werden zusätzlich zum vereinbarten Tilgungsbetrag Zinsen fällig, spricht man rechtlich von einem sogenannten Annuitätendarlehen, welches dem Kunden vom Verkäufer gewährt wird. Bei Annuitätendarlehen gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten. So müssen zum einen die Raten gleichbleibend hoch sein und jeweils zu einem festgelegten Zeitpunkt fällig werden (beispielsweise zum 1. jeden Monats). Die Zahlung erfolgt per Überweisung oder Lastschrift.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei der Ratenzahlung?

 

Die Ratenzahlung ist auf beiden Seiten sowohl mit einigen Vorteilen als auch Nachteilen verbunden. Bei vielen Finanzgeschäften ermöglicht der Ratenkauf erst das Zustandekommen eines Geschäftes. Auf den ersten Blick profitieren sowohl Händler als auch Kunde davon. Allerdings sind diese Vorteile oftmals gleichermaßen mit einem Nachteil oder zumindest einem Risiko für die andere Partei verbunden.

Für den Händler

Bietet der Händler seinen Kunden die Möglichkeit des Ratenkaufs, so wirkt sich dies in erster Linie umsatzfördernd aus. Gerade im Einzelhandel dienen sogenannte „Null-Prozent-Finanzierungen“ ausschließlich der Steigerung des Absatzes. So ist beispielsweise dem Kunden der Kauf von Produkten dennoch möglich, selbst wenn diese außerhalb seines Preisrahmens liegen. Auch der Kaufreiz wird durch die oftmals gut bezahlbaren Raten gesteigert. Dem Käufer entsteht dabei der Eindruck, sich dieses Produkt leisten zu können. Aber gerade hier liegt auch die Gefahr für den Händler. Überschuldet sich ein Käufer, führt dies meist zu Zahlungsausfällen. Im schlimmsten Fall bleiben Sie als Händler auf Ihren Kosten sitzen.

Für den Käufer

Dem Käufer bietet die Ratenzahlung die Möglichkeit, sich Dinge leisten zu können, die normalerweise außerhalb seines finanziellen Rahmens liegen. Ein anschauliches Beispiel ist der Kauf eines Autos. Der Gesamtpreis ist für den Käufer oftmals zu hoch, um diesen direkt zu begleichen. Vereinbart er mit dem Händler allerdings einen Ratenkauf, so ist ihm die Finanzierung des Fahrzeugs möglich. Auch eine allgemeine finanzielle Entlastung ist für den Käufer einer der Vorteile der Ratenzahlung. Durch die Verteilung der Gesamtkosten auf einen bestimmten Zeitraum bleibt diesem trotz seiner Anschaffung eine gewissen finanzielle Liquidität erhalten. Die Gefahr für den Käufer liegt vor allem darin, den Überblick zu verlieren und sich zu überschuldet. Oftmals droht hier im schlimmsten Fall letztlich die Privatinsolvenz.

Wann kann eine Ratenzahlung verwendet werden?

Eine Ratenzahlung kann grundsätzlich jederzeit zwischen dem Händler und seinem Kunden vereinbart werden. Werden bei der Ratenzahlung Zinsen fällig, so gilt es zu beachten, dass die Vereinbarung gewisse Merkmale aufweisen muss. Dies sind zum einen gleichbleibend hohe Raten sowie zum anderen ein fester Fälligkeitszeitpunkt (Zum Beispiel der 1. des Monats). Sowohl die Laufzeit als auch die Höhe der einzelnen Tilgungsbeträge können dabei zwischen beiden Vertragspartnern frei vereinbart werden. Für den Händler empfiehlt es sich je nach Höhe des Verkaufspreises seinen Kunden die Möglichkeit der Ratenzahlung anzubieten. Umso höher der Kaufpreis, desto größer ist auch oftmals die finanzielle Belastung für den Kunden. Dies mindert den Kaufreiz und wirkt sich somit negativ auf die Umsätze des Händlers aus. Aber auch die allgemeine Steigerung des Absatzes lässt sich für den Händler optimieren. So bieten viele Unternehmen im Einzelhandel beispielsweise ihren Kunden eine zinsfreie Finanzierung an.

Welche Varianten der Ratenzahlung gibt es?

 

Die Ratenzahlung ist bei vielen Finanzgeschäften eine beliebte Zahlungsvereinbarung. Je nach Produkt oder Dienstleistung stehen dem Händler und seinem Kunden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Diese können von beiden Seiten frei gewählt und vereinbart werden. Man unterscheidet dabei neben dem klassischen Ratenkauf zwischen drei weiteren Varianten der Ratenzahlung. Dies sind das Leasing, der Mietkauf und die Finanzierung. Wir zeigen Ihnen, wie sich diese unterscheiden.

Klassischer Ratenkauf

Beim klassischen Ratenkauf wird die Kaufsumme einer Ware in mehrere gleich hohe Teilbeträge (Raten) aufgeteilt. Diese Raten werden in regelmäßigen Abständen (meistens monatlich) fällig und sind zum einem festgelegten Stichtag (in der Regel der 1. oder der 15. eines Monats) durch den Käufer zu begleichen. Dem Kunden stehen dabei unterschiedliche Varianten der klassischen Ratenzahlung zur Auswahl. Diese unterscheiden sich in der Laufzeit sowie in der Höhe der Raten. In der Regel fallen beim klassischen Ratenkauf für den Käufer Zinsen an, die zusätzlich zum Tilgungsbetrag zu entrichten sind. Im Einzelhandel wird allerdings immer mehr die sogenannte „Null-Prozent-Finanzierung“ angeboten. Rein rechtlich gesehen bleibt die Ware im Besitz des Verkäufers, bis die vollständige Kaufsumme durch den Käufer beglichen ist.

Leasing

Als Leasing bezeichnet man eine besondere Form der Miete. Gegen die Zahlung einer monatlichen Rate (Leasingrate) wird dem Käufer eine Ware zur Verfügung gestellt. Als bekannte Beispiel hierfür sind das Auto, Produktionsmaschinen oder auch Kopiergeräte. Laufzeit und die Höhe der Raten werden im sogenannten Leasing-Vertrag zwischen dem Händler und dem Kunden vereinbart. Auch anfallende Zinsen, die Pflege und Wartung der Ware oder die Haftung für eventuelle Schäden werden darin festgelegt. Dabei unterscheidet man zwei unterschiedliche Arten von Leasing-Verträgen (Finanzierungs- oder Operate-Leasingverträge). Handelt es sich im einen Finanzierungsleasingvertrag, so ermöglicht dieser nach Ablauf der vertraglichen Grundlaufzeit sowohl eine Verlängerung der Laufzeit als auch den Kauf der Ware. Operate-Leasingverträge können dagegen nach Ablauf einer gewissen Frist gekündigt werden.

Mietkauf

Als Mietkauf bezeichnet man eine bestimmte Form der Ratenzahlung. Hierbei wird dem Käufer die Ware für eine vereinbarte Mietzeit zur Verfügung gestellt. Zum Ende der Mietzeit verfügt dieser zudem über die Möglichkeit des Erwerbs der Ware. Die anfallenden Raten, die monatlich durch den Schuldner zu entrichten sind, werden dabei am Ende auf den Kaufpreis angerechnet. Durch die Bezahlung der Restsumme kann der Käufer die Ware schließlich erwerben. Aber auch eine Verlängerung der Mietzeit zum Ausgleich des offenen Restbetrages ist möglich. Dabei gilt es zu beachten, dass die Ware erst nach dem Ausgleich des vollständigen Kaufpreises in den Besitz des Käufers übergeht. Neben dem Erwerb der Ware hat der Käufer zudem die Möglichkeit, die Ware nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit an den Händler zurückzugeben.

Finanzierung

Die Finanzierung ist eine weitere Variante der Ratenzahlung. Diese unterscheidet sich vom klassischen Ratenkauf vor allem darin, dass nicht der Händler dem Kunden einen Kredit gewährt, sondern ein Kreditinstitut wie beispielsweise eine Bank. Bei der Finanzierung übermittelt der Verkäufer dem Kreditinstitut die entsprechenden Daten des Kunden. Dieses führt anschließend eine Bonitätsprüfung des Kunden durch, um dessen Zahlungsfähigkeit zu beurteilen. In einem sogenannten Darlehensvertrag werden anschließend die Höhe der Raten sowie deren Fälligkeit vereinbart. Auch die Höhe der anfallenden Zinsen ist Bestandteil dieses Vertrages. Neben der Bonitätsprüfung muss der Käufer weitere Voraussetzungen erfüllen. Damit eine Finanzierung möglich ist, muss der Käufer volljährig sein und sowohl über einen Wohnsitz in Deutschland als auch über ein deutsches Bankkonto verfügen.

Wann wird eine Rate bezahlt?

 

Wann eine Rate fällig wird, ist abhängig von der jeweiligen vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem Händler. Laufzeit, Höhe der Raten, Fälligkeitszeitpunkt und Zinsen werden in einem Vertrag zwischen beiden Parteien festgelegt. Sowohl der regelmäßige Rhythmus als auch der Zeitpunkt der Zahlung können dabei individuell vereinbart werden. In der Regel werden Ratenzahlung monatlich zum jeweilig 01. oder 15. des Monats fällig.

Wie lange geht die Ratenzahlung?

Die Dauer der Ratenzahlung richtet sich nach der vereinbarten Laufzeit. Damit sind der Kaufpreis als auch die Höhe der Raten in Relation zur Laufzeit zu sehen. Verkäufer und Kunde legen die Laufzeit der Ratenzahlung im Vorfeld in einem Vertrag fest. Je nach Variante der Ratenzahlung kann die Laufzeit nach Ablauf auch verlängert werden.

Was ist zu tun wenn der Kunde die Rate nicht mehr bezahlen kann?

 

Gerade beim Ratenkauf kann es vorkommen, dass der Kunde sich finanziell übernimmt oder den Überblick verliert. Für den Händler ist dies nicht nur ärgerlich, sondern ihm droht im schlimmsten Fall der Ausfall der Zahlung. Ihm bieten sich allerdings auch verschiedene Möglichkeiten zu reagieren und einen Zahlungsausfall zu vermeiden. So kann dieser beispielsweise seinem Kunden die Aussetzung von Raten oder auch eine Änderung deren Höhe anbieten. Zudem besteht für Sie die Möglichkeit, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten, sollte Ihr Kunde die fällige Rate trotz Aufforderung nicht bezahlen. Als Händler sollten Sie hier genau abwägen, für welche Vorgehensweise Sie sich entscheiden.

Kann eine Ratenzahlung frühzeitig beendet werden?

Bei einer Ratenzahlung wird der Kaufpreis einer Ware in mehrere Raten aufgeteilt. Mit der Bezahlung der Raten gleicht der Käufer nach und nach seine Schuld beim Händler aus. Erst nach dem Abschluss der vollständigen Zahlung zzgl. eventuell anfallender Zinsen ist der Kunde auch rechtlich Inhaber der Ware. Verkäufer und Kunde haben dabei die Möglichkeit, eine frühzeitige Beendigung der Laufzeit durch die Bezahlung des Restbetrages zu vereinbaren. Handelt es sich bei der Ratenzahlung um einen Operate-Leasingvertrag kann dieser ebenfalls nach Ablauf einer Frist vorzeitig beendet werden.

Wie hilft mir abilita.de bei der Ratenzahlung?

Der Kauf auf Raten ist bei vielen Kunden ein sehr beliebtes Modell der Finanzierung. Auch für den Händler hat dies einen positiven Effekt. Beispielsweise ein gesteigerter Absatz und damit ein höherer Umsatz lassen sich damit bewirken. Neben den positiven Aspekten gilt es allerdings auch die negative Seite zu betrachten. So entsteht zum Beispiel ein höheres Risiko für Zahlungsausfälle. Die Überwachung der Zahlungen und im Zweifelsfall die Beantragung eines gerichtlichen Mahnverfahrens sind zudem mit zusätzlichem Aufwand für die Händlerseite verbunden. Mit abilita holen Sie sich einen verlässlichen und kompetenten Partner an Ihre Seite. Wir kümmern uns um alle Belange rund um das Thema Zahlungsverkehr. Ob Risikomanagement, Zahlungsverbuchung, Mahnwesen oder Inkasso - abilita. das rechnet sich.

Über die Autorin

Marie Thamm ist gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte und absolvierte Ihre Ausbildung mit dem Schwerpunkt auf gerichtlichem und außergerichtlichem Mahnverfahren. 2019 wechselte Sie zu abilita und ist als Sachbearbeiterin für einen der größten Mandanten zuständig. Zu Ihren Aufgabengebieten gehören unter anderem die Einwandsbearbeitung und das Telefoninkasso.